Save the Grammelknödel, oder die gepunkteten Knödel

Wenn es etwas zu retten gibt, dann bin ich dabei. Nach dem Liptauer sind jetzt Knödel dran.Warum bei mir die Knödel leicht grün gepunktet sind, das erkläre ich weiter unten im Text. Also dann:

Klöße bzw. Knödel sind aus Teig hergestellte Speisen in meist kugeliger Form, die als Hauptspeise, als Beilage oder als Suppeneinlage konsumiert werden Quelle: Wikipedia



Ich liebe Knödel. Die Topfenknödel von meiner Mama schon als Kind. Die Bröselknödaln in der Ganslsuppe. Flaumige Semmelknödel und die da: GRAMMELKNÖDEL. Weil sie so schön flaumig sind und so g'schmackig und ach, weil sie eben einfach gut sind.

Nun tun sich wieder einmal Food Blogerinnen zusammen und retten, was eben zu retten ist. Ich lass mich dazu herab und mach mit. Ähem, also natürlich nicht. Streicht den letzten Satz, reines Wunschdenken, zu später Stunde überschätze ich mich und meinen Blog eben gerne einmal für einen Moment. 
Also, noch einmal. Ich fühle mich geehrt, mitmachen zu dürfen. Der Kreis ist nämlich klein und ausgesucht. 

Und hier sind die, die mitmachen und zur Ehrenrettung der Knödel einspringen:

Topfenknödel mit Apfelkompott zaubert die Gifitige Blonde
Wolpertinger Knödel erklärt Magentratzerl
Geröstete Knödel  gibt's bei der Turbohausfrau
Bröselknödel findet ihr bei Irene
Rote Beete Knödel schaffen Chaos in der kleine Küche
Knödel kann jeder Dodel meint Zorra
Apfelmohnknödel speist man unterm Fliederbaum
Leckermachtlaune experimentiert mit Grieß
Kartoffelklöße oder doch Edäpfelknödel? Barbara lässt es euch wissen
und Yushka's Marzipanknödel findet ihr hier
Ninive loves Serviettenknödel

Beitrag noch nicht gefunden? Alle Beitrage erscheinen im Laufe des Samstags



 jetzt aber meine:

Grammelknödel



200g Grammeln
2EL Petersilie, gehackt
1TL getrockneter Majoran
1 Zwiebel, klein gehackt und in Butter angeschwitzt
2 Zehen Knoblauch
Salz und Pfeffer

1/2kg Erdäpfel, mehlig kochend
100g Mehl, griffig
2 Eidotter
2EL weiche Butter
Salz


Für die Fülle die Grammeln klein hacken und mit den restlichen Zutaten vermischen, mit Pfeffer und Salz abschemecken. Kleine Kugerln formen und kalt stellen.
Gekochte Erdäpfel durch die Erdäpfelpresse drücken und mit Mehl, Eidotter und Butter zu einem Teig verarbeiten. Gut salzen. Für eine Viertelstunde im Kühlschrank rasten lassen.

Teig zu einer Rolle formen und in so viele Teile schneiden, wie Füllungen da sind (bei mir 8). Teigstücke zu einer Kugel formen und flach drücken, je ein Grammelkugerl damit gut umhüllen. In leicht kochendem Salzwasser, oder im Dampfgareinsatz (Dampfgarer wenn man einen hat) garen. Zehn Minuten hat das bei mir gedauert.  

Wer mag, kann die Knöderln auch noch in Butterbrösel wälzen.

Dazu gibt es selbstgemachtes rotes Sauerkraut (kommt im nächsten, oder spätestens übernächsten Bericht, versprochen). Es passt aber auch sehr gut ein Krautsalat.




So, ich kann nur sagen. So ein Grammelknödel mit rotem Sauerkraut ist ein Gedicht. Ich schmöker jetzt jedenfalls noch etwas in den Kochbüchern meiner Großmutter und denk an Knödel.

Bleibt nur noch die Frage zu klären, warum die Knödel jetzt denn grün gepunktet sein müssen?
Müssen sie nicht. Sollen sie sogar nicht. Nicht laut Rezept. Eigentlich gehört die Petersilie ausschließlich in die Fülle. Aber 2 Töpfe nebeneinander und Multi-Tasking (schneiden, reden, Handy...) und schon landet das Kräutl im Erdäpfelteig anstatt in der Fülle. Alles konnte nicht wieder rausgefischt werden. Erklärung Ende.

ausgesuchter Knödel mit wenig Punkten


Graues Wetter, happy Cracker

Wieder mal schnell vorweg: 
Ja, klingt gesund, ist gesund, aber schmeckt NICHT gesund!

Nicht, dass dieser Herbst besonders schön gewesen wäre, auch nicht sehr warm, also im Vergleich zu anderen Jahren. Aber wenn es dann plötzlich wirklich kalt wird, dann trauert man ihm doch nach, diesem 'halben' Herbst. 

Bei schlechtem Wetter bäckt es sich gut



Winefood: Thymian-Knoblauch-Sumach-Cracker zum Wein

Ein Sturm zieht auf und von einem Tag auf den anderen ist man dem Winter schon näher, als man ihm Ende Oktober sein möchte. Also drinnen gemütlich machen und den Ofen einheizen und etwas Neues probieren. Und von weiß auf rot umsteigen, zumindest an so einem Tag, an dem es draußen gar nicht hell werden will.

Der Walnußbaum stemmt sich gegen den Stum

Backen ist einfach. Für andere. Backen macht Spaß. Anderen. Mir nicht. Ich dachte, es wäre etwas anderes, wenn ich etwas backe, das nicht süß ist. Ändert aber nichts. Ich koche leidenschaftlich gern. Ich probier gerne was aus. Aber backen? Gebäck und ich scheinen einfach keine Freunde zu werden.
Schon mehrere, vermeintlich ganz tolle Rezepte für Weingebäck habe ich probiert. Immer auf der Suche nach der ultimativen Weinbegleitung.

Ist es mir nicht verbrannt (und das kommt öfter vor, als mir lieb ist), dann ist es entweder nicht knusprig, schmeckt fad oder ist so hart, dass man sich die Zähne ausbeißt. Es will einfach nicht sein.

Aber aufgeben ist nicht. Und so geht's frisch und fröhlich an ein neues Projekt. Mehlfrei diesmal, vollgepackt mit gesunden Zutaten, die aber nicht gesund schmecken. So der Plan. Vielleicht wird das ja was. Und gesund klingt immer gut. Happy Cracker nennen sie sich, das ist doch vielversprechend. Kann eigentlich nix schiefgehen, oder?

Gute Zutaten

Happy Wine Cracker


Rezept Quelle: My new roots
300g brauner Reis, gekocht
300g Quinoa, gekocht
100g Leinsamen
60g Sesam
2TL Sojasauce
1TL Salz
2EL Olivenöl


Den Sesam in einer Pfanne rösten, Leinsamen mit Wasser bedecken und mindestens 20 Minuten quellen lassen. Danach alle Zutaten außer dem Sesam in einer Küchenmaschine zu einem Teig verarbeiten. Sesam ganz zum Schluss dazugeben. Eventuell etwas Wasser zugeben, falls der Teig zu trocken ist und sich nicht zu einem Ball formt.

Soweit das Originalrezept. Bei mir war natürlich alles nicht ganz so einfach. Meine Küchenmaschine hat sich mit dem extrem klebrigen Teig sehr schwer getan, alles hat sich in Sekunden wie Zement an der Seite festgeklebt. In sehr kleinen Portionen, mit vorher eingeöltem Aufsatz, ging es halbwegs. War aber eine MEGA Patzerei und Aufwand. 
Einfacher geht es so: Leinsamen in trockenem Zustand in der Küchenmaschine vermalen. Mit Wasser bedecken und quellen lassen. Reis und Quinoa (bei einer nicht so großen Küchenmaschine in 2 Portionen teilen, meine hat eine 'normale' Größe, es geht sich aber nur auf 2mal gut aus) mit den restlichen Zutaten zerkleinern, bis es eine einheitliche Masse ist, dann erst die Leinsamen dazu geben. 
Und so funktioniert das auch. Sogar bei mir!
Den Teig eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen, dann lässt er sich leichter verarbeiten.

Teig in 3-4 Portionen teilen und weiterverarbeiten. Wer die Cracker erst einmal testen will, der sollte einmal mit der halben Menge starten. Die ganze reicht bei mir für 4 Backbleche. Nun den Teig mit Geschmack nach Wahl versehen. Erlaubt ist, was gefällt. Kräuter, Oliven, Mohn, Gewürze, Knoblauch...

Im Winzerhaus sind entstanden: 

*Thymian, Knoblauch und Sumach
*Oliven und Rosmarin
*Chili und Mohn

In Planung: Kürbiskerne mit noch-keine-Ahnung-was und Sonnenblumenkerne mit das-überleg-ich-mir-noch.
Vorschläge werden gerne entgegen genommen...

Den Teig zwischen zwei Blatt Backpapier sehr dünn ausrollen, das obere Backpapier entfernen und mit einem Messer oder Rollschneider die Cracker schon vorschneiden. Bei 175°C ungefähr eine halbe Stunde backen. Achtung beobachten! Eventuell nach 25-30 Minuten die äußeren, schon knusprigen Cracker vorsichtig wegbrechen und die inneren, noch weichen noch weiter 10 Minuten backen. Kurz abkühlen lassen, vom Backblech nehmen und brechen, ganz abkühlen und schmecken lassen. Flasche Wein dazu öffen.

Schönes Wochenende. Prost und Happy baking.


Dunkle Wolken über der Kellergasse

Nein, ich esse meine Hirse nicht - Knusprige Hirselaibchen

 Vorweg: Die sind richtig gut. Wirklich! Aber jetzt zur Geschichte von der Hirse...

Ich geb es zu. Ich bin eines von diesen 'gesunden' Muttertieren. Ich bin überzeugt davon, dass Gesundheit und gute Ernährung zusammengehören. Und ich möchte, dass mein Winzerkind gesund isst. Gemüse (naja) und Obst (mmmhhhh) und gesunde Fette. Fisch und auch Fleisch, aber nicht zu jeder Gelegenheit (schwer seufz, sie liebt Fleisch). Und dann soll es wenig Zucker sein und keine ungesunden Konservierungs-, Farb-, und sonstige Zusatzstoffe. Und nicht nur leere Kalorien in Form von 'kleinkindgerechten' Snacks. 

Ich habe mich schlau gemacht und das eine oder andere (oder so..) Buch gelesen. Studien gewälzt und mich durch Blogs und Internettipps geklickt. Ich hatte einen Plan. Ein Arsenal an Rezepten. Und ich war nicht bereit mir dazwischenreden zu lassen. Von niemandem. 

Und dann das: Das Winzerkind mag keine Hirse

Na und? Damit befindet es sich ganz sicher in guter Gesellschaft, denkt ihr, oder? Vermutlich gibt es mehr Kinder die Hirse nicht mögen, als solche die sie mögen. 

Doch wie gesagt. Ich hatte einen Plan und Hirse gehörte eben dazu. Soll doch soooo gesund sein. Das Winzerkind dachte anders. Schon sehr bald nach den ersten Mahlzeiten war klar. Unser Kind isst ALLES. Jegliches Gemüse, Fisch und Fleisch, auch Avocado, Obst, Reis, Erdäpfel egal was auf dem Speiseplan stand. Ungesalzen. Zu meinem Entsetzen meiner Freude auch Hipp Gläser, die irgendwie alle nach püriertem Pappkarton schmecken. Alles, außer HIRSE. Egal mit welchem Gemüse, nicht einmal mit Fleisch (obwohl ja als Fleischersatz gedacht). Trotz Einwand des Winzers, dass sein Kind eben weiß, was es nicht will und ergo das nicht gut für es sein kann, habe ich alles probiert. In Suppe gekocht, mit Kräutern verfeinert, süß mit Milch und Früchten. Ergebnis stets das Gleiche: Verweigerung. 

Nun gut, das muss man akzeptieren, oder? NEIN! Ich war noch nicht bereit aufzugeben.

 Wenn's der Mama schmeckt...
Jetzt ist die Sache aber so: Ich selbst esse sie nicht, die Hirse. Gut riechen tut sie, aber schmecken? Gesund soll sie sein, aber ehrlich, gut ist sie nicht. Und was die Mama nicht isst, dass soll jetzt das arme Winzerkind essen?
Das Eingeständnis, dass man von seinem Kind nicht erwarten kann, dass es etwas mag, was man selbst verweigert, war dann auch des Rätsels unerwartete Lösung. 
Kaum war ein Hirse-Rezept gefunden, das MIR schmeckt, ist es auch genau das Richtige für den kleinen Geschmack. Und die kleinen Laibchen passen auch noch perfekt in kleine Hände. Unglaublich aber wahr, das Winzerkind würde die ungeliebte Hirse in dieser Form sogar JEDEN Tag essen.

Knusprige Gemüse-Hirse-Laibchen

 

120g Hirse
20g Gemüse, geraspelt zB Fenchel und Sellerie, oder Zucchini und Broccoli (Bild)
  Gemüse mit viel Wasser (wie zB Zucchini) vorher gut ausdrücken
2EL Mehl, oder Kokosmehl
1Ei
gehackte Minze
etwas Salz oder auch etwas mehr

Polentagrieß oder Semmelbrösel
Kokosöl oder Olivenöl, oder anderes Fett/Öl zum braten
Hirse weich kochen und abkühlen lassen, mit den restlichen Zutaten vermengen, im Polentagrieß wälzen und goldbraun braten. 

Tipp: Am besten sind sie handwarm, nicht mit Messer und Gabel aufhalten ;)
Gut gedippt: in Kräuter-Sauerrahm oder Tahini-Joghurt.

Guten Appetit!

Es wird persönlich

Manchmal da muss etwas passieren und jetzt, jetzt ist die Zeit dafür gekommen. Es ist Zeit die Perspektiven zu wechseln. Ab jetzt wird's persönlich. Also, die Geschichten über den Winzer und die Kärntnerin nehmen ein Ende.

Mein Weinviertel - Sonnenuntergang über den Weingärten
Diesen Blog, den gibt es jetzt schon eine Zeit lang und der Kärntnerin hat es immer Spaß gemacht sozusagen von außen über sich selbst und den Winzer zu schreiben. Und sich gefreut, dass ihre Geschichten aus dem Winzerleben ihre Leser erfreut und belustigt haben. Doch jetzt ist es eben Zeit für eine Veränderung. Also soviel wird sich jetzt nicht ändern. Der Name bleibt auf alle Fälle und auch die Geschichten, die Rezepte und die Einblicke ins Weinviertel.
Nur: Aber ab jetzt heißt es ICH und MEIN. Die Kärntnerin tritt einen Schritt in den Vordergrund, oder auch nicht. Zumindest Perspektivenwechsel. Erste Person, oder so... Ihr versteht schon.

Mein Weinherbst
Also.
Hier bin ich. Die Kärntnerin im Weinviertel. Die mit dem Winzer. Die, die das Weinviertel liebt und die Kellergassen, die Weingärten und die sanften Hügel, ihren Garten und ihre Familie. Gutes Essen und guten Wein. Und sonst auch noch so einiges, aber das behalte ich mir für ein anderes Mal auf.

Meine Kellergasse - Keller im Abendlicht
Vorerst gibt es nur noch ein paar Bilder von einer abendlichen Kellergassenrunde. Und dann verabschiede ich mich für heute schon wieder, in die Herbstnebel des Weinviertels...

Kurz, ganz kurz

Heute fast ohne Worte. Das Wichtigste nur als Stichwortliste. Schöne Bilder. Klitzekleiner Urlaub.

Tapetenwechsel
24h im Salzkammergut
Familienfeier
Juniorsuite mit Seeblick
Mmmmhhhh Steaks vom Haubenkoch
und Mondseefisch
Sehr schöne Weinkarte
Steine und Wasser - glückliches Kind





#Mondsee #Salzkammergut #SeehotelLackner #HaubenkochMartinLackner #DryAgedBeef

TYB - Auf den Spuren der Kellerkatze

Themenweg? - Ein lohnendes Ausflugsziel!




Ganz ehrlich? Die Kärntnerin hat sich jetzt eigentlich nicht so viel erwartet. Also schon natürlich, dass es nett wird und viel Neues zu sehen gibt, aber irgendwie hat sie sich nicht viel drunter vorstellen können, unter dem Kellerkatzenweg


In der Sitzendorfer Kellergasse in Hollabrunn war sie noch nie, Themenwege schießen allerorts aus dem Boden und bieten natürlich schon immer einiges. Aber skeptisch ist die Kärntnerin ja immer und war dann wirklich begeistert, was hier am Kellerkatzenweg so geboten wird. Das ist wirklich einen Besuch wert.


Sehen und erleben. Geschichte und Moderne. Essen und Trinken. Für Erwachsene, wie für Kinder. Kellergasse, in Presshäuser und Keller hinein schaun, ausprobieren und selbst mit dabei sein. Filme und Bilder, Rastplatz, Naschgarten, Weinprobe und Kinderspielplatz inklusive. Ein kostenloser (!!!) Spaß für alt und jung.

unter der Silberlinde - die Kellerkatze darf gestreichelt werden

Die Kellergasse ist sehr vielseitig. Eine Kellergasse im städtischen Umfeld, in der die Zeit nicht stehen geblieben ist. Altes steht direkt neben Neuem, Keller neben Gärten, kleine Wohnhäuser zwischen den Presshäusern. Aber auch kleine Bausünden fallen gar nicht so auf, integrieren sich einfach gut in diese abwechslungsreiche Kellergasse. Zu entdecken gibt es hier überall etwas. Zischendurch romantisch dann wieder einfach nur liebenswert.

Film ab: wie hat das funktioniert, das Weinmachen mit der alten Baumpresse?

Eine Chipkarte, die beim Check-In für eine Leihgebühr abgeholt werden kann, ermöglicht mehrmals Eintritt und Einblick in Presshäuser und Keller. Dort kann man einiges lernen, die Weinwelt erschnüffeln oder sich die Kellergasse aus der Sicht von Karla der Kellerkatze ansehen.


Für jung und alt ist etwas dabei, bei dieser Tour. Die sympathische Reblaus hier beherbergt Kletterturm und Rutsche.

Ein Picknickkorb kann direkt beim Check-In gebucht werden und wartet dann am Ende der Kellergassenrunde auf die hungrigen Entdecker. Und wenn die Jause etwas länger dauert als geplant, dann geizt die Kellergasse auch im Dunklen nicht mit ihren Reizen.



Fazit: Alles in Allem absolut einen Ausflug wert. Schönes zum Weinbau und der Geschichte der Kellergasse, spannend und vielfältig aufbereitet. Für Erwachsene, wie für Kinder. Es gibt viel zu entdecken, Spielmöglichkeiten, Naschgarten und eine Weinkostprobe. Mit Option auf (sehr gute) Kellergassenjause.
~*~
Friederike war auch unterwegs und ganz in der Nähe vom Winzer und der Kärntnerin an der Thaya. Auf ihrem Blog 'Fliederbaum' ist das nachzulesen. Danke!


Travel Your Backyard - Wieso weit reisen, wenn das Gute liegt so nach?
Der Winzer und die Kärntnerin bereisen ihren eigenen 'Hinterhof', das Weinviertel.
Und wer macht mit?


Home is where you heart is

Wo ist dein Herz zu hause?

Wo fühlst du dich wohl? Wo befindet sich dein Lieblingsplatz?


Im Fall der Kärntnerin ist das (mittlerweile ja kein Geheimnis mehr) in der Kellergasse. Um genau zu sein in ihrem Keller, drinnen im, am Bankal vor und im Liegestuhl hinter ihrem Presshaus. Dort wo ihr Glas Wein steht, da fühlt sie sich wohl.


Und der Winzer? Der ist momentan mehr im Weinkeller zu hause, als sonst irgendwo. Die Weinlese ist voll im Gange, im Keller gärt es schon. Die Weinpresse läuft. Es duftet nach Trauben.

Obwohl der Winzer jetzt oft bis spät in die Nacht beschäftigt ist, haben er und die Kärntnerin am Wochenende die Zeit gefunden, sich zwei Glas'aln Wein einzuschenken und sich an ihrem Lieblingsplatz nieder zu lassen. Der Winzer noch ganz im Arbeitsgewand, aber wen stört das schon? Die Sonne hat die beiden noch eine Zeit lang verwöhnt.


 

Und was passt am besten zum Wein? So eine Kleinigkeit für's Bauchal. Etwas zum in die Hand nehmen am besten, im Liegestuhl isst es sich so schlecht mit Messer und Gabel.





 Weinviertler 'Pizza' vom Blech - 

3 mal Käse mit Miniparadeisern und Rosmarin 


Pizzateig nach Jamie Oliver:

800g Weizenmehl
200g Hartweizengrieß
2 Packerln Trockengerm (Hefe)
650ml lauwarmes Wasser
1 EL brauner Zucker
1 gestrichener EL Salz

Germ und Zucker im Wasser auflösen, Mehl, Grieß und Salz vermischen, alles zu einem Teig verkneten und weitere 10 min kneten. Eine viertel Stunde gehen lassen, dann in 4 Portionen teilen und noch einmal eine viertel Stunde gehen lassen. Jede der 4 Kugeln reicht für ein Blech (für 2 Personen).
Den Teig ausrollen mit Olivenöl bestreichen, Paradeiser und Rosmarin auflegen und (recht viel) Käse nach Geschmack darüber verteilen. Auf die Pizza gewandert sind hier Fontina, Ziegenfrischkäse und Parmesan.

Bei 250 Grad Celsius 10min im Ofen backen.

Zu einem Glas Wein schmecken lassen!




http://www.weinbaumayer.at/

Gute Kerlchen, böse Kerlchen

Ein Leben mit der Natur ist schön. Meistens. Aber manchmal ist es auch ein bisschen zum Verzweifeln.

Regen, Regen, Regen... Das tut den Trauben nicht so gut. Jetzt sollte die Herbstsonne die Trauben süßer und süßer werden lassen. Stattdessen ist es immer nur eines: feucht. Und statt süß werden die Trauben grau. Botrytis cinerea, die Edelfäule hat sich breit gemacht und bereitet dem Winzer und der Kärntnerin Sorgen. Manchmal ist er ja erwünscht, dieser (Edel-)Schimmelpilz, aber doch nicht überall und schon gar nicht in diesem Ausmaß.


Geteiltes Leid ist bekanntlich ja halbes Leid, aber auch wenn es wohl anscheinend fast überall in Österreich nicht anders aussieht, macht das für den Winzer und die Kärntnerin auch Nichts besser.

Während also die unerwünschten Mikroorganismen im Weingarten ihr Unwesen treiben, dürfen in der Küche die erwünschten fleißig vor sich hin arbeiten. Die neue Leidenschaft der Kärntnerin heißt nämlich: Fermente!


Heißt jetzt genau: Probiotik hausgemacht. Verschiedenstes Gemüse ala Sauerkraut haltbargemacht. Durch milchsaure Gärung. Klingt erst einmal komisch, ist aber saugut. Gut für die Darmflora und fürs allgemeine Wohlbefinden. 


Köstlich und immer wieder spannend, was da so dabei herauskommt. Und einfach. Keine große Wissenschaft. Man braucht nur das Gemüse, eventuell Gewürze, Salz und ein Bügelglas. Und etwas Zeit.


Frühlingszwiebel 'Kimchi'

Wie gesagt, noch wird experimentiert. Über die Ergebnisse wird die Kärntnerin dann genau berichten. Also dranbleiben, es lohnt sich nämlich, die guten Kerlchen in die Küche und ins Leben zu lassen...

grüne Paradeiser im Glas

Das Tafeln und der Schmortopf


Tafeln im Weinviertel, Kellergasse Pillersdorf

Während die Kärntnerin noch in Erinnerungen an einen wunderbaren Sommerabend schwelgt, ist er plötzlich da. Der Herbst, mitten im Sommer. 

So ein kühler Regentag muss genutzt werden und so holt die Kärntnerin ihren Schmortopf aus dem Regal und packt ihn voll. So richtig. Bis nichts mehr reinpasst. Zuerst wird dafür 1kg Zwiebel geschält und in Scheiben geschnitten. Das dauert, aber heute ist ja Zeit. Auch Zeit, das Ereignis des Sommers Revue passieren zu lassen: Tafeln im Weinviertel.

Eine Kellergasse, 
eine weiß gedeckte Tafel. 
Ein Spitzenkoch, 
3 Weingüter, 
60 Gäste.

Tafel mitten in der Kellergasse
Ein lauer Abend, 
5 Gänge,
9 sorgfältig ausgewählte Weine.

Ausgebuchte Veranstaltung, voller Erfolg

Ein bunt gemischtes, gut gelauntes Publikum. Gute Stimmung, schöne Gespräche, musikalisch schön begleitet.

Hauptgang - rosagebratenes Schweinderl auf Schwammerlrisotto

Aufgekocht hat Haubenkoch Julius Polak vom Retzer Weinschlössl, seine Frau Patricia mit ihrem Team die Gäste verwöhnt. Das Wetter hat es mit der lustigen Runde doch noch gut gemeint, der Regen hat sich frühzeitig verzogen, einem warmen Abend und sogar einigen Sonnenstrahlen Platz gemacht.


Man hat sich gut amüsiert und in der romantisch ausgeleuchteten Kellergasse den Abend gemütlich ausklingen lassen. 
Da kann man schon ein bissl stolz sein, findet die Kärntnerin. Auf so eine gelungene Veranstaltung. Und die tollen Bilder, die der Schwager davon gemacht hat!


Also es muss ja nicht so heiß sein, aber ein bissl länger hätte der Sommer jetzt schon dauern können. Aber beschweren tut sich ja keiner. Das Wetter hat es mit den Tafelgästen so gut gemeint, da nimmt man dann das kühle Herbstwetter gern in Kauf. Vor allem, wenn es schon wieder etwas Gutes zu essen gibt. Keine 5 Gänge, nicht vom Spitzenkoch. Aber aus dem Schmortopf. 

Und weil es die ganze Woche so herbstlich bleiben soll wird der Schmortopf so voll. Der Winzer und die Kärntnerin sollen ja länger etwas davon haben. Die Zwiebeln sind jetzt fertig, die Kärntnerin brät Fleisch an, dann die Zwiebel, gibt Paprikapulver, Majoran und Kümmel dazu und gießt mit Rotwein auf. Dazu kommen noch ein bisschen Balsamico und ein paar Markknochen und es wird gewürzt und aufgegossen. 
Eigentlich sollte die Zubereitung ja etwas aufwändiger sein, zuerst wird ohne Gewürze geschmort, dann abgekühlt, dann noch einmal mit Gewürzen geschmort, dann wieder abgekühlt und noch einmal aufgewärmt. Das soll doch glatt 2 Tage dauern. 
Der Balsamico und die Markknochen sind auch nicht original, genau wie der Rotwein, der sollte durch Bier ersetzt werden, aber was soll's? Geduld ist keine Stärke der Kärntnerin, mehr als einen Tag darf es nicht dauern und wenn es mit Rotwein doch so gut schmeckt, dann wird sicher kein Bier genommen, auch wenn die Wiener das nicht gerne sehen.

Der volle Topf kommt jetzt ins Rohr, bei 80 Grad und darf sich den ganzen Tag dort tummeln. Und am Abend dann machen sich der Winzer und die Kärntnerin darüber her. Vielleicht ist es ja wirklich noch besser, wenn man das Originalrezept genau befolgt? Also viel besser geht's jetzt eigentlich nicht mehr...
                               
~*~

Zum fotografieren sind die beiden nicht mehr gekommen, Nockerln gab es dazu und ein BIER.
Was hat es wohl gegeben?

Fotos © Martin Oberauner

TYB - So nah und keiner da

Es ist Zeit für eine Reise, Travel Your Backyard Zeit! Und so hat sich die Winzerfamilie auf den Weg gemacht und wieder die Umgebung erforscht.

Stonehenge



Stell dir vor, du fährst auf Urlaub und freust dich schon darauf, dort die schönsten Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Zeugen einer anderen Zeit, faszinierende Naturschauspiele, beeindruckend für jeden Besucher. Und dann ist niemand da. Keine Touristengruppen, keine Führungen, niemand der für ein Foto posiert. Einfach niemand. Schön irgendwie diese Ruhe, in der man sich alles ansehen kann, aber auch komisch, oder?


Nicht weit vom Winzer und der Kärntnerin entfernt liegt "Österreichs Stonehenge", die vielleicht älteste Sternwarte Europas. Dieser Platz gilt als Kraftplatz und Kraft kann man ja bekanntlich am besten in Ruhe tanken. Dass es dann so ruhig wird, hatten sich der Winzer und die Kärntnerin dann aber doch nicht gedacht. Auf einen Touristenansturm waren die beiden jetzt nicht eingestellt, aber dass hier weit und breit gar niemand ist? Liegt vielleicht auch daran, dass die Beschilderung eher mager und der Anfahrtsweg im besten Fall als holprig durchgeht. Aber nur noch einmal zur Erinnerung. Die älteste Sternwarte Europas - und niemanden scheint es zu interessieren. Nun ja vielleicht schon jemanden, aber nicht die Massen, die man hier erwarten würde.


 Die Kogelsteine und Fehhaube in Grafenberg bei Eggenburg


Die Granitmegalithe sieht man schon von Weitem, auf mehrere Anhöhen verteilt. Imposante große Türme, seltsam geformte Wackelsteine. Schon in der Steinzeit soll diese Sternwarte mit gigantischem Ausmaß genutzt worden sein.

Wollsackverwitterte Reste eines Urgebirges im Weinviertel sind die riesen Steine. Sie weisen Besonderheiten auf, die daran zweifeln lassen, dass sie zufällig von Mutter Natur dahingestellt wurden. Besondere Abstände zwischen den Steinen oder in einer geraden Linie angeordnete Napfsteine, Richtungsweiser usw. Aber erst an den Tagen der Sonnwende bzw. der Tag- und Nachtgleichen zeigt der Platz hier so richtig was er kann. Dann soll er auch wirklich die Aufmerksamkeit bekommen, die ihm gebührt und viele Besucher anziehen, die das Lichtschauspiel, das sich bietet, bewundern. Dann erscheint die Sonne genau in den Spalten der Steine und zeichnet die Ursymbole für Fruchtbarkeit, Phallus und Dreieck.


Der Ort steht in Beziehung zu anderen Plätzen in der Umgebung, mehrere Kraftplätze, Steinformationen, Kapellen und  Bildstöcke. Alles Peilpunkte für Sonnen und Mondstände auf einer Fläche von über 80 Quadratkilometern (hier nachlesen *klick*). Bis zum Kalenderstein in Leodagger, zum Hergottsitz nach Etzmannsdorf und Dolmen von Stoitzendorf reicht das Gebiet. Steht alles noch auf der Besuchsliste vom Winzer und der Kärntnerin.



Noch dazu ist rund um die Megalithe herum ein Naturschutzgebiet. Ein Silikattrockenrasen bringt eine einzigartige Flora und damit auch Fauna. Naturfreunde kommen hier auf ihre Kosten.


Das war auf alle Fälle einen Besuch wert. Danach war die Winzerfamilie noch in Eggenburg und hat es sich gut gehen lassen. Sollte man sich auch nicht entgehen lassen, die hübsche mittelalterliche Stadt, wenn man schon einmal da ist...


Leider gar nicht im Hinterhof vom Winzer und der Kärntnerin, dafür aber von der Peggy befindet sich der Sanddorngarten. Ideen muss man haben, dann entsteht daraus so etwas Feines und die Kärntnerin freut sich, dass Peggy im Rahmen von TYB darüber berichte und ist fast ein bissl neidisch, dass das so weit weg ist.

http://weinviertel-kaernten.blogspot.co.at/2014/04/travel-your-backyard.html

Travel Your Backyard - Wieso weit reisen, wenn das Gute liegt so nach?
Der Winzer und die Kärntnerin bereisen ihren eigenen 'Hinterhof', das Weinviertel.
Und wer macht mit?