TYB - Stürmisch am Heiligen Stein

Der erste Travel Your Backyard Ausflug war kürzer als gedacht. Der April ist launisch und nach frühlingshaft warmem Wetter am Sonntag, folgt am Ostermontag kühleres und vor allem stürmisches Wetter und nach Regen hat es zuerst auch ausgesehen. Also Programmkürzung, Konzentration auf das, was schon lange fällig war.
Energieplatz, Heilquelle und ein prähistorischer Schalenstein, ganz in der Nähe und doch waren der Winzer und die Kärntnerin noch nicht dort. Die Kärntnerin will aber schon lange einmal hin und so geht's fest eingepackt nach Mitterretzbach zum Heiligen Stein.



Ein moderner Aussichtsteg rund um die Grundmauern der ehemaligen Pilgerkirche  'Unserer lieben Frau am Stein' lässt einen weit ins Land blicken, zumindest wenn einen der Wind dabei nicht wegbläst. So haben sich die 3 bald wieder aufgemacht um dem Wind zu entgehen und die Grea zu besuchen.


Die Grea ist ein alter Brauch, früher wurden am Ostermontag die Freunde und Arbeiter des Winzers zu Speis und Trank eingeladen. Heute sind die Keller im benachbarten Unterretzbach geöffnet, der neue Jahrgang darf verkostet und der Bauch mit Kleinigkeiten gefüllt werden. Und das haben die 3 dann auch gemacht und ein paar Heurigenspezialitäten in die knurrenden Mägen gefüllt. 

Ein kleiner Ausflug zu Beginn macht wieder klar, wie schön es doch ist, das Weinviertel. Und die Touristen, die sich auch vom Wind nicht abschrecken ließen, zeigen, dass das nicht nur dem Winzer und der Kärntnerin aufgefallen ist. Und der April, der ist nicht nur launisch, sondern hat auch seine  ganz eigene Farbe. Im Weinviertel, das leuchtet er gelb...



 

Travel your Backyard

(Kulinarische) Reisen in den eigenen Hinterhof


Du kennst deinen eigenen 'Hinterhof' gar nicht? Oder zumindest nicht so gut? Das eigene Umland, die eigene Region, das eigene Viertel oder die eigene Stadt. Aber du bist stolz auf deine Heimat und möchtest sie gerne vorstellen? Dann her mit deinem Beitrag! 

Die Kärntnerin bereist mit dem Winzer und dem Winzerkind ihre Region, um sie besser kennenzulernen und um sie alljenen vorzustellen, die nicht ums Eck wohnen. Alle die mitmachen, sind herzlich eingeladen. Unter 'Travel your backyard' soll eine Bloggeraktion (und nicht nur für Blogger, siehe weiter unten) draus werden und ich hoffe ihr beteiligt euch mit Beiträgen aus eurem 'Hinterhof'. Gerne auch mit Restauranttipps, lokalen Rezepten, euren geheimen Lieblingsplätzen oder unentdeckten Produzenten.
Alle Beiträge werden hier zusammengesammelt und auf Pinterest in einer Pinnwand verewigt. Je nach Beteiligung wöchentich, monatlich oder einmalig. Links zu euren Beiträgen bitte als Kommentar hierlassen. Banner dürfen gerne mitgenommen. Wer keinen eigenen Blog besitzt und trotzdem gerne mitmachen möchte, der schickt seinen Beitrag an: dwudk@gmx.at

Also raus in den Frühling und zeigt her eure Heimat!

Banner gerne mitnehmen und bitte verlinken
Tags für Facebook, Twitter.. usw. #‎backyardtravelling‬
Facebookgruppe
Pinterest: TYB Pinnwand 

Die Kärntnerin freut sich auf eure Bilder und Berichte 
 



P.S.: Zu den Osterfeiertagen geht es beim Winzer und der Kärntnerin los und sie besuchen bei Schönwetter das erste Ziel auf der Liste. Spannung darf aufkommen ;) 

Kräuterhexen und Reisepläne

Der Kärntnerin fällt auf, es wird gern geurlaubt. Ein, zwei, vielleicht sogar dreimal im Jahr, je nachdem, ob man sich das leisten kann und sich so viel loseisen kann, von Job und Alltag, geht es weg, möglichst weit weg. Österreichflucht sozusagen. Ans Meer oder Cityhopping, die Pyramiden besichtigen oder eine Safari machen. Der Winzer und die Kärntnerin waren noch nie so die ganz begeisterten Fernreisenden, hängt wahrscheinlich daran, dass immer Arbeit wartet, dass der wenige Urlaub gern in Kärnten verbracht wird und überhaupt und sowieso daran, dass ewig am Flughafen warten, in den engen Sitzen stundenlang die Zeit totschlagen, sich auf riesigen Flughäfen zurecht finden zu müssen, bei der Gebäckausgabe ärgern usw. irgendwie nicht so nach dem Geschmack der beiden ist. Traumhaft sind die Ziele schon und die Kärntnerin schaut sich gern die fremden Urlaubsbilder an, aber selbst machen? Na und jetzt geht sowieso gar nichts mehr. Das Winzerkind ist noch zu klein um zu verreisen und die Urlaubskasse ist sowieso gähnend leer. Ein bisschen Urlaubsfeeling solls aber doch sein. Die Lösung liegt auf der Hand, oder besser gesagt: vor der Haustür.

Travelling your own backyard


Der eigene Hinterhof, oder auf weinviertlerisch 'Hintaus' soll es sein. Häh? Wie bitte? Natürlich reichen die Ambitionen etwas weiter als bis zum eigenen Garten, der Garage oder dem Hof. Aber der Begriff beschreibt einfach sehr gut, was der Winzer und die Kärntnerin vorhaben. 
Das eigene Umland, die eigene Region. Unbekannte Kellergassen, mystische Orte, noch nicht besuchte Ausflugsziele und Orte, die der Winzer und die Kärntnerin schon längst entdeckt haben und gerne hier vorstellen möchten. Geheimtipp-Suche, Lokale, Restaurants, Heurige, regionale Betriebe mit tollen Produkten im Weinviertel und vielleicht auch im angrenzenden Tschechien. Urlaub einmal anders. Viele kleine Entdeckerferientage. Immer wenn es sich ausgeht, wenn Zeit ist und wenn ein aufregendes Ziel am Horizont auftaucht.

UND: der Kärntnerin würde sich freuen, wenn das Schule macht. Wenn sich auch andere beteiligen möchten, die stolz auf die eigene Heimat sind, aber sie eigentlich zu wenig kennen, oder sie denen näher bringen wollen, die immer weit reisen, aber noch nicht wissen, dass das Gute doch so nah liegt.

Und was haben die Kräuterhexen damit zu tun?


Die Kärntnerin macht grad Kräuterkunde-Ausbildung im Kräuterdorf Neuruppersdorf. Weil sie Kräuter interessieren. Die aus dem Garten schon lang, die vor der Haustür auch, aber da kennt sie sich noch nicht besonders gut aus. Und Neuruppersdorf ist schon wieder ein ganz anderer Teil des Weinviertels, trägt also auch wieder dazu bei, im Weinviertel herum zukommen. Und die Kräuterkunde trägt dazu bei, ausgedehnte Spaziergänge zu machen und dabei die Augen noch mehr offen zu halten und neue Spazierrouten auszusuchen

Also dann, auf ins Abenteuer!

P.S.: Tipps sind gerne willkommen, was ist sehenswert im Weinviertel, was haben der Winzer und die Kärntnerin noch nicht entdeckt?

Das Geheimnis des Liptauers



Rettet den Liptauer, heißt der Aufruf von der Giftigen Blonden, der die Kärntnerin ereilt hat. Wieso? Ist der wirklich am verschwinden? Gerade hat die Kärntnerin gelesen, dass in den Supermärkten schon mehr Kichererbsenaufstrich verkauft wird, als Liptauer. Kein Wunder, der fertige Humus ist ja ganz okay, der Liptauer schmeckt, naja wie drückt man das jetzt schön aus. Egal, bleiben wir ehrlich: Er schmeckt einfach NICHT.
Also, die Kärntnerin beteiligt sich an der schönen Aktion, bei der mehrere BloggerInnen ihre Liptauer Version vorstellen. Mehr mit einer Geschichte als mir einem konkreten Rezept, aber dazu gleich mehr.

Der Liptauer


Zuerst holen wir etwas aus: 'Der Liptauer ist ein pikanter Brotaufstrich  aus der slowakischen und österreichischen Küche und  typischer Bestandteil des Speiseangebots beim Heurigen', kann man auf Wikipedia nachlesen. Im 'echten' Liptauer, lesen wir weiter, wird Brimsen verwendet, ein gesalzener Schafstopfen. Die wichtigste Zutat zur Farbgebung ist Rosenpaprika. Gereicht wird er als Aufstrich oder auch als Dip.

Die Kärntnerin und der Liptauer


Der Winzer isst sehr gern Liptauer. Aber mag ihn die Kärntnerin überhaupt? Die Antwort ist Jein. Früher gar nicht. Jetzt schon, aber nur den von der Schwiegermama, woanders nicht, oder nur selten. Der Winzer eben schon, der bestellt sich auch gern einmal auswärst einen. Hat es mittlerweile aber fast aufgegeben, weil irgendwie bekommt man selten einen wirklich guten. 


B(r)in(m)senweisheiten?


So ein Projekt weckt natürlich den Ehrgeiz, den Ehrgeiz 'echten' Liptauer herzustellen. Und dazu braucht man Brimsen. Eben diesen gesalzenen Schafstopfen. Wie sich herausstellt im Weinviertel schwer (nicht) zu bekommen. Und ganz ehrlich. Braucht man den denn wirklich? Die Kärntnerin ist sich sicher, dass die Turbohausfrau (ganz streberhaft ;)) ein Originalliptauerrezept beisteuert und der Weinviertler Liptauer wird traditionell eben nur mit 'normalem' Topfen gemacht. Genauso schmeckt er dem Winzer und der Kärntnerin auch. Also solls dabei bleiben. 

Das Geheimnis des Liptauers und der Liptauer von der Schwiegermama


Während sich die anderen also die Finger wund recherchieren, nach dem perfekten Rezept, hat die Kärntnerin es leicht. Sie nimmt das hauseigene Rezept, mit dem die Schwiegermama schon viele Jahre lang die Besucher bei der Offenen Kellertür verköstigt. So und jetzt kommt es. Das 'Geheimnis' des Liptauers:


Wenn der Liptauer beim Kosten gut schmeckt, dann ist er es nicht. Das Geheimnis liegt eben im richtigen bzw. in diesem Fall im falschen Abschmecken. Wenn man beim Kosten den Mund verzieht weil er zu intensiv ist und sofort den Kühlschrank aufmachen möchte um noch mehr Topfen drunter zu mischen, weil es versalzen schmeckt, dann stehen die Chancen gut, dass er genau richtig ist. Schmeckt er jetzt schon genau richtig, dann ist er am Brot sicher genau eines: langweilig. Man muss ihn jetzt aber nicht auf gut Glück überwürzen.

Das Geheimnis lautet also: Brot aufschneiden, Liptauer drauf und kosten. Dann passt es.

So und dann noch zwei Kleinigkeiten. Ein Rezept ohne Würzmengenangaben? Ja! Laut der Schwiegermama nimmt man nämlich genau so viel, wie es braucht. Wer sich nicht drüber traut, der orientiert sich besser an den anderen Rezepten (Links am Ende des Posts).
Und: ein bissl scharf darf es sein, muss es im Winzerhaushalt sein. Ein bissl hausgemachte Chilipaste verleiht dem Liptauer noch den letzen Kick, zusätzlich zum rosenscharfen Paprika. 



Pikanter Weinviertler Liptauer:


2 Teile Topfen (250g)

1 Teil Butter (125g)

1/2 kleine Zwiebel, gehackt

2 Zehen Knoblauch, gehackt

soviel wie's eben braucht:

Rosenscharfes und edelsüßes Paprikapulver

Kümmel zerkleinert oder gemahlen

Senf 

Sardellen, gehackt oder Sardellenpaste

Gewürzgurkerln, gehackt

Schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen

etwas Chilipaste oder geriebener Chili


Alle Zutaten vermischen, aufs Brot schmieren, abschmecken. Fertig. Mahlzeit! Und unbedingt ein Glaserl Wein dazu trinken! Einen grünen Veltliner, am besten einen Weinviertel DAC.

~*~

Die anderen Teilnehmer und ihre Liptauerrezepte:



Sichtweisen und die eine oder andere Erklärung



Bei einem Workshop für WinzerInnen kam eine Frage auf, die sich die Kärntnerin so noch nie gestellt hat.

'Wieso heißt das Weinviertel Weinviertel?'
'Na logisch wegen dem vielen Wein eben. Größte Weinbauregion Österreichs schließlich...'
'Ja, aber warum denn genau Wein-viertel, warum denn nicht Wein-achtel?'
'Ähmm.....'

Eine wirklich gute Frage. So von Außen hat die Kärntnerin die Sache noch gar nicht bedacht. Stimmt ja, wieso sollte eine Region 'Viertel' heißen. Die Erklärung ist natürlich ganz leicht, aber wenn man so mitten drin steckt, dann entgeht einem oft, dass die (für einen selbst) sehr banalen Dinge, gar nicht banal sind, sondern essentiell fürs Verständnis.

Also: für alle, die noch nie etwas davon gehört haben, noch nie hier waren und die sich auch schon mal gefragt haben: 'Weinviertel wtf?'

Das österreichische Bundesland Niederösterreich ist in (eh klar) 4 Viertel unterteilt. Und bei dieser Unterteilung hat man es sich leicht gemacht. Das, was am meisten dort vorkommt, in dieser Region, das durfte Namenspate werden. 
Einmal waren das ein Haufen Bäume (Wald/4), dann Weinreben, soweit das Auge reicht (Wein/4), dann eine erstaunliche Anzahl an Apfel- und Birnbäumen (verarbeitet zu Most/4)  und eine vom Menschen geschaffene Landschaft voller Betriebsamkeit und Fleiß (Betriebsamkeit, Fleiß: lat. industria, Industrie/4).

So, jetzt kennen sich alle aus, oder? 

'Wieso jetzt, ich hab gedacht die ist eine Kärntnerin'? Ist das Weinviertel jetzt nicht in Kärnten? Ja, ist sie auch, nein, ist es nicht. Die ist eine 'Zuagraste', eine Zugereiste, also Zugezogene. Hat der Winzer zu verantworten, der wohnt nämlich schon seit eh und je, samt Weingärten und dem Winzerhaus und den 2 Katzen im Weinviertel, Niederösterreich. Und weil da so eine Kärntnerin aus den Bergen etwas nicht ganz Alltägliches ist, ist die Kärntnerin eben DIE KÄRNTNERIN geworden.

So und um jetzt noch einmal ganz für Verwirrung zu sorgen: Eigentlich wohnen der Winzer und die Kärntnerin im Retzer Land. Das ist quasi die Region in der Region. Weil das Weinviertel eben so groß ist, gibt es da noch einmal eine Unterteilung. Ganz oben im Norden, rund um die (besuchenswerte!) Weinstadt Retz, da findet man das Retzer Land. Das schönste am Weinviertel, aber das darf man jetzt nicht so laut sagen, sonst sind sie beleidigt, die anderen Weinviertler...



0-8-15 oder nicht

Die Kärntnerin schwimmt hin und wieder gern gegen den Strom. Lustig ist, irgendwie traut ihr das keiner zu. 

Was? Das Winzerkind schläft nicht im eigenen Bett? Ehrlich, die Kärntnerin benutzt ein Tragetuch?  Im Winzerhaus wird auch schon einmal vegan gekocht, aber ihr esst doch gern Fleisch, oder? Ach echt, ihr macht euch Gedanken über Selbstversorgung, habt wirklich schon mit Effektiven Mikroorgansimen experimentiert und Brennnesseltee für den Garten gekocht????????

Ja, total überraschte Gesichter, aber nicht verständnislose. Und komisch, aber die Reaktionen sind (fast) durchwegs positiv. Keine gerunzelte Stirn, keine gehobenen Augenbrauen, kein komischer belehrender Unterton in der Stimme. Mehr ehrliches Interesse am warum und wieso.
 
Aber total seltsam. Manche (glücklicherweise nicht alle!!!!), die wirklich alternativ leben, die sich von der 'normalen' Gesellschaft ausgeschlossen fühlen, gegen Konventionen wettern, sich über das Unverständnis von anderen beschweren, ja genau die schaun die Kärntnerin schief an. Warum? Kann man jemanden, der nach außen hin 'normal' wirkt nicht für voll nehmen? 

Kann man alternativ sein, ohne alternativ zu wirken??

Und an was liegt es? Am Aussehen? An der Einstellung? An dem fehlenden Willen, sich nur auf eine Seite zu schlagen und die bis auf die Zähne zu verteidigen??????

Nichts ist der Kärntnerin mehr zuwider als Dogmatismus und Radikalismus, in welcher Form auch immer, nichts kann sie mehr in Rage bringen, als Menschen, die ach so überzeugt sind, von der eigenen Sichtweise der Dinge und die anderen (mit allen Mitteln) überzeugen wollen.

Leben und leben lassen. Das Leben ist zu kurz, sollte man es nicht so führen dürfen, wie es für einen selbst passt?
Und so ist das Leben im Winzerhaus anscheinend für manche irgendwie komisch, weil nicht in eine Schublade zu stecken. Nicht nur modern oder nur altmodisch, irgendwie anders, aber doch wieder normal.

Kostprobe gefällig?

  • Die Kärntnerin probiert schon lange vegane Rezepte, ohne vegan leben zu wollen.

  • Gekocht wird am liebsten selbst und frisch und mit eigenem Gemüse. Doch kann es passieren, dass man den Winzer und die Kärntnerin in der Burgerbude mit dem großen M findet, oder einmal eine Pizza geliefert wird. Ja. Wirklich.

  • Wichtiger als ein biologisches Gütesiegel sind gute, hochwertige, regionale Produkte, aber es wird schon einmal kanadischer Lachs gekauft, oder ein Südamerikanischer Wein, oder... Schuldig im Sinne der Anklage. Falls sich jemand traut das anzuklagen ;)

  • Der Garten ist biologisch, total. Der Weingarten nicht. Warum, dazu ein anderes Mal.

  • Das Winzerkind hat einen Kinderwagen UND ein Tragetuch.

  • Die Kärntnerin interessiert sich für Kräuter und Naturseifen, aber auch für Mode und Einrichtung.

  • Im Bücherregal steht ein Hemingway neben einer Bronte und die wieder neben einem Schundroman. Sachbücher neben Krimis. Naturgärtenbücher neben Genetik- und Mikrobiologiebüchern.


Eigentlich eh ganz normal, oder nicht?

 ~*~

Vielleicht auch interessant: Vegane Gedanken von 2012

Gemeinsamkeiten von Veganern und Politikern oder wie es vielleicht besser geht


Ein bissl Selbstversorgung

Ein milder Winter macht es möglich. Der Winzerhaushalt ist noch immer mit Grünzeug aus dem Garten recht gut versorgt.

Mangold, Fenchelgrün, Spinat, Sauerampfer

Und wenn den bösen Schnecken das frische Grün im feuchten Spätsommer nicht so gut geschmeckt hätte, dann würde die Sache noch viel besser aussehen.





Green in Snow, japanischer Senfkohl


Vom Spinat sind nur Reste geblieben. Der Endiviensalat ist ihnen vollkommen zum Opfer gefallen. Weniger schmecken ihnen anscheinend die leicht scharfen, asiatischen Salate.


Petersilie, Krachsalat, Pak Choi
Fast das ganze Jahr wird im Winzerhaushalt kein Knoblauch gekauft, obwohl viel verbraucht wird. Zwiebel, weiss und rot, reichen normalerweise bis zum Frühjahr, heuer leider nicht mehr lange. Erdäpfel, rote Rüben und Äpfel lagern im Keller, die Karotten sind schon weg, Lauch und Pastinake wollten 2013 einfach nicht und auch die Kürbisse sind schon aufgegessen, so wenige hat es im vergangenen Jahr gegeben. 
Das ergeizige Ziel für 2014 ist, die Auswahl an eigenem Winterobst und -gemüse, ob eingelagert oder frisch aus dem Garten, noch weiter auszubauen und so weit es geht unabhängig werden von gekauftem Gemüse. 

Die Gartensaison geht jedenfalls schon los, jetzt im Jänner. Die Kärntnerin sortiert Saatgut und bereitet die erste Aussaat vor. Chilis.


natürliche Winterdeko

Schnee, Urlaub, Berge und die Silvesternacht



Urlaub, Urlaub, ach wie schön. 


Nur immer soooooo schnell vorbei... Das Winzerkind hat den ersten Schnee (noch relativ uninteressiert) hinter sich gebracht. Dank toller Betreuung durch die Großeltern,  konnten der Winzer und die Kärntnerin die Zeit voll genießen und wieder die Pisten unsicher machen. Vorbei sind die schwierigen Anfangszeiten, der Winzer flitzt die Pisten mittlerweile flott hinunter.



Ein paar Impressionen gibt's jetzt gleich noch von Silvester in den Bergen.


Diesmal hat der Schwager fotografiert. Traumhafte Bilder, leider nicht von der Kärntnerin oder dem Winzer selbst. Deshalb sind sie auch so schön ;)


Feuerschale, Schwedenfeuer und Laternen. Glühwein am verschneiten Waldesrand. Viel besser geht's nimmer. 


Der Schwager überlegt sich übrigens die Umschulung zum Fotografen. Hihi, nein, nicht wahr, sollte er aber. Dann würde sich die Kärntnerin direkt einmal von ihm anlernen lassen. Aber erst, wenn sie sich endlich einmal eine gscheite Kamera zugelegt hat.



So, ihr Lieben. Prosit Neujahr wünschen das Winzerkind, der Winzer und die Kärntnerin. 
Sie wünschen sich selbst ein erfolgreiches und glückliches, aber vor allem gesundes neues Jahr. Und euch natürlich auch!

Hoffentlich seid ihr gut hinübergerutscht in das Jahr 2014. Danke für die Besuche, die Kommentare, die Emails und überhaupt das schöne Blogjahr 2013. Möge das neue Jahr genauso schön werden!


Frohe Weihnachten...

...
ein schönes Fest mit den Liebsten,
erholsame Feiertage 
und einen guten Start ins neue Jahr!

Übern Tellerrand - Stollen statt Hühnersuppe






Advent, Advent, die Zeit die rennt. Schon fast brennt die 4. Kerze und Weihnachten steht vor der Tür. Wo ist sie nur so schnell wieder hin, die schöne Adventzeit?

Im Winzerhaus wird Hühnersuppe und Tee gekocht, glücklicherweise ist heute wieder eine Aushilfe vorbeigekommen und zaubert für euch ein letzte süße Verführung vor Weihnachten. Besonders freut die Kärntnerin dabei, dass die Julia eigentlich selbst nicht so die 'süße' Köchin ist. Sie hat sich aber extra ins Zeug gelegt um für den Winzerhaushalt etwas zu backen. Also weg mit der Suppe, her mit der Süßigkeit.

Julia, dein Auftritt bitte.

Hallo liebe Leser…
Ich bin Julia von Jules Kitchen. Ich wohne mit meinem liebsten Ehemännchen in der besten Stadt im Ruhrgebiet und habe meinen Foodblog erst im September diesen Jahres gegründet!
Und dass kam so:
Nachdem ich in der Küche immer wieder neue Rezepte ausprobiert, neue Kochbücher und –zeitschriften angeschleppt, eingekocht, eingeweckt, selbst hergestellt und natürlich am aller aller meisten darüber gesprochen habe, was ich noch alles machen möchte und wo wir überhaupt was & wann essen und einkaufen müssen, konnte das Ehemännchen mir nicht mehr so recht folgen. Und Lust darauf zu antworten hatte er auch schon nicht mehr, die Hauptsache ist: Es gibt pünktlich Essen; am liebsten mit Fleisch und generell schmackhaft darf es auch gerne sein.

Was gibt es also besseres, als ein Kochtagebuch im Internet zu erstellen? Und wenn's von anderen gelesen und verfolgt wird, umso besser.
Also, habe ich mich bemüht, besonders schön zu kochen und anzurichten und -was viel schwieriger ist- auch ein appetitliches Bild zu fotografieren. Da musste mir aber manchmal das Ehemännchen helfen, denn er hat Erstens die Kamera und Zweitens bin ich nicht sonderlich geübt darin (was sich jetzt hoffentlich ändern wird).

In meinem Foodblog geht es hauptsächlich um's Kochen und um Dinge, die damit zusammenhängen. Kuchen, Muffins, Plätzchen etc. hauen mich jetzt nicht so vom Hocker, daher wird man diese Kategorie eher nicht so häufig bei mir antreffen (außer es ist Weihnachten oder ein besonderer Anlass).
Da jetzt die Weihnachtszeit da ist, hab ich mich mit einer Küchenschürze bekleidet und mit Puderzucker und Mehl um mich geworfen….
Herausgekommen ist diese Leckerei:  

Christstollen

 


Was man dafür braucht:

  • 500 g Mehl
  • 75 g Zucker
  • 1/2 TL Zimt
  • 1 Päckchen Vanillin-Zucker
  • 350 g weiche Butter
  • 1/8 l Milch
  • 1 Würfel (à 42 g) frische Hefe
    • 100 g gehackte Mandeln
  • 100 g Rosinen (am Vortag in 2-3 EL Rum eingelegt)
  • 100 g Zitronat(mit der Küchenmaschine ganz klein gehexelt)
  • 100g gehackte Haselnüsse
  • abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone
  • 150 g Puderzucker
  • Mehl für Hände
  • Backpapier
  • eventuell Alufolie

Was zu tun ist:

Milch erwärmen – sie soll nicht heißer als gut handwarm sein! Vom Herd nehmen, Hefe hineinbröckeln und so lange rühren, bis sich die Hefe völlig aufgelöst hat. 500 g Mehl in eine Schüssel sieben und eine Mulde hineindrücken. Hefemilch hineingießen, 2 EL Zucker zugeben und mit etwas Mehl vom Rand zu einem dünnflüssigen Vorteig verrühren. Schüssel mit einem angefeuchteten Geschirrtuch oder Frischhaltefolie abdecken. An einem warmen Ort (z.B. Heizung) ohne Zugluft 1530 Minuten gehen lassen im Vorteig sollen dann Blasen zu sehen sein. 
 50 g Zucker, Vanillezucker, 1 Prise Salz und 200 g Butter in Flöckchen auf dem Mehlrand rund um den Vorteig verteilen. Erst mit den Knethaken des Rührgerätes, dann mit den Händen zum glatten Teig verkneten, der sich von der Schüssel löst. Rosinen (samt Rum), Zitronat, Haselnüsse und Mandeln mit den Händen unterkneten. Zugedeckt nochmals ca. 1 Stunde gehen lassen. Wenn sich das Teigvolumen verdoppelt hat, Teig nochmals gut durchkneten. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche oval ca. 3 cm dick ausrollen. Mit einer Kuchenrolle der Länge nach etwas seitlich der Mitte eine Vertiefung hineindrücken. Schmalere Seite zu 2⁄3 über die andere schlagen. 
Stollen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Stollen nochmals 20–30 Minuten gehen lassen. Ofen vorheizen (Umluft: 175°C). Jeweiligen Stollen im Ofen ca. 20 Minuten backen. Auf 150°C herunterschalten. Stollen aus dem Ofen nehmen. 100 g Butter schmelzen. Den noch heißen Stollen abwechselnd mit Butter bestreichen bzw. beträufeln und mit Puderzucker bestäuben, bis die Butter verbraucht ist. Gut auskühlen lassen. Zum Schluss nochmals dick mit Puderzucker bestäuben.



Lasst es euch schmecken!

PS: Je längert der Stollen dick in Alufolie eingepackt an einem dunklen Ort lagert, desto besser schmeckt er, da die Gewürze richtig schön in den Teig ziehen können.

Jetzt sei noch gesagt, dass ich mich bei der Kärntnerin ganz lieb für die Möglichkeit, auf ihrem Blog zu schreiben, bedanken möchte und ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mich mal auf meinem Blog *KLICK* besuchen würdet!

http://jules-kitchen.blogspot.de/


Was lange währt, wird endlich gut - 2 Wege zum (fast) perfekten Risotto aus dem Ofen


Das beste, einfachste.. Nein halt! Die Kärntnerin hat es schon lange genug angekündigt, hoch gepriesen und sich auch ein bissl geärgert. Aber was lange währt wird eben doch endlich gut. Der Winzer hat schon wieder einmal Risotto bekommen, wieder hat er warten müssen, bis es abfotografiert war und jetzt gibt es endlich das Rezept. 

Vorher müsst ihr euch aber noch durch einen kurzen (?) Text kämpfen, der erklärt warum die Kärntnerin so gerne Risotto isst und warum sie das nur mehr im Ofen macht und sowieso und überhaupt...

Was für die meisten anderen eine Pizza ist für die Kärntnerin: Risotto. Kindheitserinnerung, italienisches Lieblingsgericht, Urlaubsfeeling, Italien pur. Verpönterweise immer mit Parmesan, auch bei fischiger Variante. Mit Safran, Kräutern, Mangold oder Rucola, Herrnpilzen oder Eierschwammerln, Kürbis, Meeresfrüchten oder einheimischem Fisch, knusprig gebratenem Pancetta, der Ideenreichtum der Kärntnerin findet kein Ende - wenn es um Risotto geht. 
Nur die Zubereitung, die hat dieses Gericht lange zu einem gemacht, dass nur beim guten Italiener oder im Urlaub genossen wurde. Immer fest rühren heißt es nämlich. Ein Risotto kann nur gut werden, wer fest rührt. Nie zu viel Flüssigkeit auf einmal dazugeben, hat die Kärntnerin gelernt und nur nicht aufhören zu rühren! 
Beim gemeinsamen Kochen mit der Kärntner Schwester war die Rührerei ja noch annehmbar, schön abwechseln und zwischendurch ausrasten, war die Devise. Mit dem Winzer ist allerdings als Beikoch nicht immer immer seltener zu rechnen und so war es vorbei mit dem selbst gekochten Risotto. 

Hat irgendwer schon mitbekommen, dass die Kärntnerin einfache, aber effektive Lösungen liebt? Ist so eine in Sicht, reibt sie sich begeistert die Hände, lacht sich ins Fäustlein, weil sie es ja schon immer gewusst hat und geht sofort ans Werk. 
Halt, sie kann schon hören, was ihr euch jetzt denkt:
Das wird doch nichts Gescheites. 
Manche Dinge sind eben wirklich aufwendig und es gibt keine Abkürzung.. 
Ohne Fleiss kein Preis...

Die Kärntnerin will euch ja nicht schon wieder mit ihrer positiven und-man-kann-doch-alles-haben-denn-wenn-man-dran-glaubt-geht-alles Einstellung nerven. Aber manchmal ist das Leben wirklich einfacher als gedacht, man muss sich nur drauf einlassen.

Die Frau Ziii hat es schon vorgemacht, die Kärntnerin folgt mit einem richtigen Winzer-Risotto: obendrauf ein Landhendl ;)
Also:

Das Risotto, das aus dem Ofen kam...

Ofenrisotto mit Zitronen und Rosmarin-Hendl



 

  • A) Einfacher geht's nimmer! Das Risotto, das sich ganz von alleine kocht 

  • B) Das perfekte Risotto - mit kleinem Trick zum Schluss


A)

Und das einfache Rezept lautet wie folgt: Man nehme die Zutaten für das Risotto, eine Auflaufform mit Deckel und nach 40 Minuten lässt man es sich schmecken.

Zumindest ist die Zubereitung nicht wesentlich komplizierter. Der Kärntnerin erster Schritt, wie immer, einen guten Weisswein aussuchen. Veltliner. Den Arborio Reis (oder ein anderer Risottoreis) in die Form geben, mit Hühnersuppe und Wein aufgießen, Butter dazu. Deckel drauf und ab in den Ofen. Bei 190 Grad Celsius 40min im Ofen lassen. Den Parmesan erst unterrühren, wenn das Risotto fertig ist.
Der einzige kleine Unsicherheitsfaktor ist der Ofen. Der kann verhindern, dass das Risotto gleich beim ersten Versuch gut wird. Da ist vielleicht etwas Herumprobieren nötig. Die Kärntnerin hat schon 2 Öfen getestet, im alten passen die Angaben genau, im neuen ist der Reis etwas zu trocken geworden, mit 175 Grad hat es dann gepasst.

Einkaufsliste:

300g Risottoreis
900ml Hühnersuppe (oder Gemüsesuppe)
100ml Weisswein, trocken
1EL Butter
eine Handvoll Parmesan, gerieben

B) 

Für ihre erweiterte 'Luxus-Winzer-Variante brät die Kärntnerin Hendlkeulen in Olivenöl an und verfrachtet die Pfanne mit einem Zweig Rosmarin schon einmal in den Ofen. Dann holt die Kärntnerin ihren 'Schmorli' (ihren heißgeliebten Schmortopf) aus der Speis und erhitzt wieder ein bisschen Olivenöl. Dann röstet sie Zwiebel und Knoblauch an und gibt den Risottoreis dazu. Kurz durchrösten und sie löscht mit Wein ab. Sobald der eingekocht ist, schüttet sie die Hühnersuppe nach. Schon wandert der Schmorli in den Ofen. Halt, Zitronenscheiben vergessen, die müssen ja auch noch hinein. 
Nach 35min ist der Reis auch schon (fast) fertig, die restliche Hühnersuppe unterrühren und auf der Platte noch kurz köcheln lassen. Das macht das Risotto noch 'patziger' (oder wie soll sie das jetzt am besten erklären, also so wie es sein soll eben). Dann die Butter und den Parmesan untermischen, abschmecken. Das hat die Kärntnerin aber erst nach dem Fototermin gemacht. Dafür hat sie das Hendl auf dem Risotto platziert, den Winzer ignoriert, der schon durch die Küche geschlichen ist (und gierig in den Topf geschaut hat) und dann doch noch ein solala Risottofoto zusammengebracht. 
Warum er jetzt schon sooooo lange wartet und nach dem Fotografiererei jetzt das Risotto noch einmal am Herd landet, hat der Winzer übrigens gar nicht verstehen wollen und laut protestiert.

Ergänzungseinkaufsliste:

Grundzutaten, siehe oben
1 Zwiebel, gehackt
2 Knoblauchzehen, in Scheiben geschnitten
1 Biozitrone in Scheiben
1/2 Hendl zerlegt, oder 2 Hendlteile nach Belieben, gesalzen und gepfeffert
Rosmarin



Also wer jetzt weiterhin gerne rührt, bitte. Aber nicht bei der Kärntnerin beschweren, wie aufwendig es ist, so ein Essen auf den Tisch zu bekommen, gel.



Aus dem Fundus. Noch eine Idee für Ofenrisotto: